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Haltung eines Kampfhundes - Erlaubnis beantragen

Allgemeine Informationen

Alle Bundesländer haben Gesetze oder auch Rechtsverordnungen zur Abwehr der von gefährlichen Hunden ausgehenden Gefahren erlassen. Die Regelungen in den einzelnen Bundesländern sind unterschiedlich.

Bei Hunden bestimmter Rassen und Gruppen wird von vornherein vermutet, dass es sich um gefährliche Hunde handelt (sogenannte Listen- oder Kampfhunde).

Folgende Hunderassen und –gruppen fallen in Mecklenburg-Vorpommern darunter:

  • American Pitbull Terrier,
  • American Staffordshire Terrier,
  • Staffordshire Bull Terrier,
  • Bull Terrier,
  • deren Kreuzungen untereinander,
  • deren Kreuzungen mit anderen Hunderassen oder -gruppen

In Mecklenburg-Vorpommern gelten Hunde darüber hinaus als gefährlich, die eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe (gesteigerte Aggressivität) aufweisen oder einen Menschen oder Tier durch Biss geschädigt bzw. wiederholt Menschen gefährdet haben. Hierzu bitte auch die Leistungsbeschreibung „Gefährliche Hunde“ beachten!

Für das Halten, Führen und nichtgewerbsmäßige Züchten eines sogenannten Listen- oder Kampfhundes wird eine Erlaubnis benötigt.

Verfahrensablauf

Bei sogenannten Listen- oder Kampfhunden ist ein Antrag auf Erlaubnis für das nichtgewerbsmäßige Züchten, Halten und Führen des gefährlichen Hundes zu stellen. Die zuständige Ordnungsbehörde bestätigt die Antragsstellung. Diese Bestätigung dient der Hundehalterin/dem Hundehalter oder der Hundezüchterin/dem Hundezüchter als Legitimation bis zur endgültigen Entscheidung über den Antrag.

An wen muss ich mich wenden?

örtliche Ordnungsbehörde (Ordnungsamt)

Zuständige Stelle
  • örtliche Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) der Gemeinde, der kreisfreien Stadt
  • Kreisordnungsbehörde (Kreisordnungsamt) des Landkreises
Voraussetzungen

Im Rahmen dieses Erlaubnisverfahrens ist die erforderliche Sachkunde, die Geeignetheit und Zuverlässigkeit der Halterin/des Halters bzw. der Hundezüchterin/des Hundezüchters sowie eine verhaltensgerechte und ausbruchsichere Unterbringung des Hundes nachzuweisen.

Es muss das 18. Lebensjahr vollendet sein.

Die erforderliche Sachkunde wird durch eine Prüfung vor der zuständigen Stelle oder einer beauftragten Stelle absolviert.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Die für die Erlaubnis erforderlichen Antragsunterlagen stellt die zuständige örtliche Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) zur Verfügung. Unterlagen für die Sachkundeprüfung erhalten Sie auch von der zuständigen Kreisordnungsbehörde (Kreisordnungsamt).

Es sind folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Führungszeugnis (Beantragung über die Meldebehörde)
  • Sachkundenachweis (falls vorhanden)
  • Hundehalterhaftpflichtversicherung
  • Nachweis der verhaltensgerechten und ausbruchsicheren Unterbringung
Welche Gebühren fallen an?

Folgende Kosten fallen (gegebenenfalls) an für:

  • die Ausstellung einer Bescheinigung über den Nachweis des Nichtvorliegens der Gefährlichkeit bzw. der gefahrdrohenden Eigenschaften
  • die Entscheidung über die Erteilung einer Erlaubnis
  • den Erlass einer Untersagungsverfügung
  • die Abnahme der Sachkundeprüfung
Welche Fristen muss ich beachten?

Bei einem Listen- oder Kampfhund besteht die Pflicht zur unverzüglichen Antragstellung.

Rechtsbehelf

Gegen Entscheidungen der zuständigen örtlichen Ordnungsbehörde (Ordnungsamt) oder der zuständigen Kreisordnungsbehörde (Kreisordnungsamt) kann Widerspruch eingelegt werden (§§ 68 ff Verwaltungsgerichtsordnung - VwGO). Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, kann Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht erhoben werden.

Anträge / Formulare

Die für die Erlaubnis erforderlichen Antragsunterlagen stellt die zuständige örtliche Ordnungsbehörde zur Verfügung. Unterlagen für die Sachkundeprüfung erhalten Sie auch von der zuständigen Kreisordnungsbehörde.

Was sollte ich sonst noch wissen?

Für den Umgang mit Listen- oder Kampfhunden gibt es besondere Verbote und Gebote, z. B. keine Mitnahme auf Spielplätzen, an Badestellen, an Liegeplätze für Menschen, Leinenzwang, Leinenlänge, Maulkorbzwang und vieles mehr (§§ 1 und 3 HundehVO M-V).

Auch, wenn bei einem Listen- oder Kampfhund die Gefährlichkeit widerlegt wurde, gelten bestimmte Verbote oder Gebote für Listen- oder Kampfhunde. So darf ein solcher Hund grundsätzlich nicht auf Spielplätzen, an Badestellen oder auf Flächen, die als Liegeplatz für Menschen ausgewiesen sind, mitgenommen werden fort (§§ 1, 3 Abs. 1 und 5, 2 Abs. 4 HundehVO M-V).

Eine Erlaubnis zum nichtgewerbsmäßigen Züchten von Listen- oder Kampfhunden berechtigt gleichzeitig zum Halten und Führen gefährlicher Hunde.

Beachten Sie, dass auch die Gemeinden Satzungen für den Umgang mit Hunden erlassen können, z. B. zum Leinenzwang.

Unterstützende Institutionen

Veterinärsamt

Bemerkungen

Bereits der erste unkontrollierte Biss eines Listen- und Kampfhundes kann zu einer schweren Verletzung oder zum Tode von Menschen führen!

Hunde sind außerhalb befriedeter Besitztümer immer unter Aufsicht zu halten!

Hundeführerinnen/Hundeführer müssen körperlich und geistig in der Lage sein, einen Hund sicher zuführen.

Fachlich freigegeben durch

Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern

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