Stadt Neukloster

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2. Leistungen zur Teilhabe

Informationen zur Lebenslage



Behinderten Menschen soll die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wieder eröffnet werden.



Die Leistungen, die diese Teilhabe sicherstellen sollen, werden unterschieden in:




  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation,

  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und

  • Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.



Diese Leistungsbereiche sind nicht immer genau voneinander zu trennen. Rehabilitation und Teilhabeleistungen sollen nahtlos ineinander greifen und sich gegenseitig ergänzen.



Die Krankenversicherung erbringt für ihre Versicherten Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Dabei geht es darum, die Gesundheit des Betroffenen wieder herzustellen oder einen schon erreichten Gesundheitszustand zu erhalten. Träger der Krankenversicherungen sind:




  • Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen,     

  • Ersatzkassen,

  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und

  • landwirtschaftliche Krankenkassen*



Die Rentenversicherung ist für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ihrer Versicherten  (z.B. nach einer schweren Krankheit) und  für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zuständig (z.B. für die behindertengerechte Ausstattung eines Arbeitsplatzes). Träger der Rentenversicherung sind:




  • Deutsche Rentenversicherung Bund (früher: Bundesversicherungsanstalt für Angestellte),

  • Regionalträger (früher: Landesversicherungsanstalten, heute: z.B. Deutsche Rentenversicherung Nord),

  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und

  • Träger der Alterssicherung der Landwirte*



Die Unfallversicherung ist bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zuständig. Träger der Unfallversicherungsträger sind:




  • gewerbliche Berufsgenossenschaften,

  • landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften*

  • Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand.



Die Träger der sozialen Entschädigung bei Gesundheitsschäden übernehmen für bestimmte Gruppen (beispielsweise Kriegsopfer, Opfer von Gewalttaten, Impfgeschädigte) die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Träger sind:




  • Landesamt für Gesundheit und Soziales - Versorgungsamt -

  • Landesamt für Gesundheit und Soziales - Hauptfürsorgestelle -

  • örtliche Fürsorgestellen der Landkreise und kreisfreien Städte.



Die Bundesagentur für Arbeit mit ihren Landesagenturen und Agenturen für Arbeit übernimmt Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, soweit hierfür kein anderer Träger zuständig ist.



Die Jugendhilfe mit ihren örtlichen Jugendämtern erbringt Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft für seelisch behinderte beziehungsweise von einer seelischen Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche, soweit kein anderer Träger zuständig ist.



Die Sozialhilfe kommt erst dann in Betracht, wenn kein anderer die Kosten zu übernehmen hat. Dann kann der Betreffende einen Antrag beim örtlichen Sozialamt stellen. Wenn der Antrag bewilligt wird, erhält der Betroffene die so genannte Eingliederungshilfe. 



* Ab 2013 werden die Aufgaben der landwirtschaftlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung und der Alterssicherung der Landwirte zweigübergreifend von dem dazu neu errichteten Träger "Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau" bundesweit wahrgenommen.



Wer Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beantragt, muss auch nachweisen, dass er bedürftig ist. Dazu werden das Einkommen und auch das Vermögen des Antragstellers geprüft. Solange Unterhaltspflichtige für denjenigen aufkommen können (z.B. Eltern), werden Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nicht bewilligt. Ansprechpartner sind die Sozialämter bei den Landkreisen und kreisfreien Städten.



Alle Rehabilitationsträger (z.B. Kranken-, Renten-, Unfallversicherung und Träger der sozialen Entschädigung) sind zur engen Zusammenarbeit verpflichtet. Anlaufstellen für diese Leistungen sind die gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger. Sie helfen ganz unabhängig davon, wer letztlich für die Leistungen zuständig ist. Die gemeinsamen Servicestellen informieren unter anderem über die Leistungsvoraussetzungen, helfen bei der Antragstellung und bieten Unterstützung auch während der Phase der Leistungserbringung an.



Freigabevermerk



Dieser Text wurde freigegeben durch das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern. Stand: 05.09.2012

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