Stadt Neukloster

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5. Pflegeversicherung

Informationen zur Lebenslage

Leistungen der Pflegeversicherung



 




  1. Bei häuslicher Pflege hat die pflegebedürftige Person - je nach Grad der Pflegebedürftigkeit- Anspruch auf Sachleistungen oder Geldleistungen der sozialen Pflegeversicherung.



 



Wenn der Betroffene ambulante Pflegesachleistungen in Anspruch nimmt, kommt ein Pflegedienst zu ihm nach Hause und hilft ihm - zum Beispiel beim Waschen oder Anziehen. Die Pflegekasse übernimmt sodann die Kosten der Inanspruchnahme des Pflegedienstes für körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung bis zum gesetzlich festgelegten Höchstbetrag.



 



Die Sachleistungen zur Pflege umfassen folgenden Gesamtwert:



 







































Pflegebedürftigkeit in Graden



max. Leistungen (pro Monat in Euro)


 

Pflegegrad 1



-


 

Pflegegrad 2



689


 

Pflegegrad 3



1.298


 

Pflegegrad 4



1.612


 

Pflegegrad 5



1.995


 


 



Anstelle dieser Leistungen kann die pflegebedürftige Person auch Pflegegeld bekommen. Von dem Geld kann er dann Verwandte oder Bekannte bezahlen, die ihm helfen. Denn schließlich sollen Pflegebedürftige selbst darüber entscheiden können, wie und von wem sie gepflegt werden möchten.



 



Das Pflegegeld beträgt:



 







































Pflegebedürftigkeit in Graden



max. Leistungen (pro Monat in Euro)


 

Pflegegrad 1



-


 

Pflegegrad 2



316


 

Pflegegrad 3



545


 

Pflegegrad 4



728


 

Pflegegrad 5



901


 


 



Um eine optimale, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Pflege zu gewährleisten, ist es auch möglich, Sach- und Geldleistungen zu kombinieren, also sowohl einen Pflegedienst (Sachleistungen) in Anspruch zu nehmen als auch Pflegegeld (Geldleistungen) zu beziehen. Das Pflegegeld verringert sich so dann anteilig im Verhältnis zum Wert der in Anspruch genommenen Sachleistungen.



 



Daneben können Pflegebedürftige aller Pflegegrade Pflegehilfsmittel beantragen. Darunter fallen Geräte und Sachmittel, die zur häuslichen Pflege notwendig sind, diese erleichtern und dazu beitragen, der beziehungsweise dem Pflegebedürftigen eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen. Informationen, welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen, erhalten Sie durch das Pflegehilfsmittel-Verzeichnis der Pflegekassen. Die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen, wenn kein Anspruch gegenüber der Krankenkasse besteht. Bei technischen Pflegehilfen ist ein Eigenanteil von zehn Prozent, maximal jedoch 25 Euro, zu zahlen. Für Verbrauchsprodukte werden bis zu 40Euro pro Monat von der Pflegekasse erstattet.



 



Zudem zahlt die Pflegekasse den Pflegebedürftigen auf Antrag bis zu 4.000 Euro als Zuschuss für Anpassungsmaßnahmen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung der pflegebedürftigen Person wiederherstellen sollen (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen).



 




  1. Wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist, können Pflegebedürftige teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege in Anspruch nehmen. Darin enthalten ist auch die Beförderung von der Wohnung zur Einrichtung und zurück. Je nach Pflegegrad können teilstationäre Leistungen bis zum folgenden Gesamtwert gewährt werden:



 

































Pflegebedürftigkeit in Graden



max. Leistungen (pro Monat in Euro)



Pflegegrad 1



bis zu 125 EUR einsetzbarer Entlastungsbetrag



Pflegegrad 2



689



Pflegegrad 3



1.298



Pflegegrad 4



1.612



Pflegegrad 5



1.995




 



Wenn die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erfolgen kann und auch teilstationäre Pflege nicht ausreicht, kann für eine Übergangszeit nach einer Krankenhausbehandlung oder einer sonstigen Krisensituation für bis zu 8 Wochen im Kalenderjahr Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung (Heim) in Anspruch genommen werden. Für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 übernimmt die Pflegekasse bis zu dem Gesamtbetrag von 1.612 EUR im Kalenderjahr für pflegebedingte Aufwendungen. Im Kalenderjahr noch nicht in Anspruch genommene Mittel der Verhinderungspflege können auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege auf insgesamt bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr erhöht, also maximal verdoppelt werden.



 




  1. Entlastungsbetrag



Ergänzend zu den ambulanten und teilstationären Pflegeleistungen haben alle Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 1 bis 5, die im häuslichen Bereich gepflegt werden, einen Anspruch auf einen Entlastungsbetrag. Mit dem Entlastungsbetrag können im Wege der Kostenerstattung folgende Leistungen finanziert werden:



 




  • Tages- oder Nachtpflege,

  • Kurzzeitpflege,

  • Leistungen ambulanter Pflegedienste (i.S.d. § 36 SGB XI) in den Pfelgegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung

  • nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag (i:S.d. § 45a)



 



Der Entlastungsbetrag beträgt bis zu 125 Euro monatlich.



 



Tipp: Der monatliche Leistungsbetrag wird, sofern er in einem Kalendermonat nicht (vollständig) ausgeschöpft worden ist, übertragen. Die nicht verbrauchten Leistungsbeträge eines Kalenderjahres können bis zum Ende des darauffolgenden Kalenderhalbjahres genutzt werden.



 




  1. Bei stationärer Pflege zahlen die Pflegekassen für pflegebedingte Aufwendungen, einschließlich der Aufwendungen für die medizinische Behandlungspflege und soziale Betreuung im Heim nach Pflegegraden gestaffelte monatliche Pauschalbeträge:



 

































Pflegebedürftigkeit in Graden



max. Leistungen (pro Monat in Euro)



Pflegegrad 1



-



Pflegegrad 2



770



Pflegegrad 3



1.262



Pflegegrad 4



1.775



Pflegegrad 5



2.005




 



Betreuungsbedarf:



Seit dem 01. Januar 2017 hat jede pflegebedürftige Person einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung in voll- und teilstationären Einrichtungen, die über die nach Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit notwendige Versorgung hinausgeht. Durch diese zusätzliche Betreuung und Aktivierung wird den Menschen in den stationären Einrichtungen mehr Zuwendung, mehr Austausch mit anderen Menschen sowie mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gewährt. Dieser Leistungsanspruch wird in vollem Umfang von der Pflegeversicherung getragen.



 



Neben den Pflege- und Krankenkassen bietet das Bundesministerium für Gesundheit weitere Informationen in der Broschüre "Ratgeber Pflege".



 

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